Warum schwitzt man?

Schwitzen ist per se normal und gesund. Die Schweissproduktion kühlt den erhitzten Körper ab und schütz ihn so vor Überwärmung. Es ist also ein natürlicher Schutzmechanismus. Sonne, anstrengende körperlicher Aktivität, Sauna oder Dampfbad heizen den Körper auf. Durch Schwitzen wird Wärme abgegeben und die Temperatur so reguliert.

Was bedeutet übermässiges Schwitzen?

Manche Menschen schwitzen jedoch unabhängig von körperlicher Arbeit und Anstrengung ständig und übermässig stark. Eine Hyperhidrose (Hyperhidrosis) ist den betroffenen Menschen extrem unangenehm und schränkt die Lebensqualität erheblich ein.

Plötzliche Schweissausbrüche und Nachtschweiss haben jedoch oft andere Ursachen (z.B. Einnahme von Medikamenten, Veränderungen im Hormonhaushalt, Fieber, grippaler Infekt, Übergewicht, Schilddrüsenprobleme und schwere Krankheiten) und sind daher besser bei Ihrem Hausarzt abzuklären.

Wer ist davon betroffen?

Prinzipiell können alle Frauen und Männer ab der Pubertät davon betroffen sein. Teilweise ist das übermässige Schwitzen familiär gehäuft. Die häufigsten Stellen sind im Bereich der Axilla (unter den Armen), seltener sind Stirn, Hände und Füsse betroffen.

Was kann man dagegen tun?

Allgemein wird zuerst mit normalen Schweisshemmern wie Deodorants, Cremes oder Pulvern versucht, die Schweissausdünstung zu reduzieren. Dabei sollen Aluminiumsalze den Schweiss «aufsaugen» und so das lästige Schwitzen reduzieren.

Wenn das nicht hilft, kann eine Botulinumtoxin-Injektion in die betroffene Körperregion – wie zum Beispiel in die Achselhöhlen – Abhilfe schaffen. Das Medikament blockiert die Schweissabsonderung innerhalb von wenige Tagen. Die störenden Schweissränder an Blusen und T-Shirts verschwinden vollständig.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Behandlung inklusive lokale Betäubung dauert ca. 15 bis 20 Minuten. Anschliessend ist man wieder voll sozialfähig. Auf Sport muss während 24 Stunden verzichtet werden.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Eine eigens dafür kreierte spezielle Salbe mit 3 verschieden Lokalanästhetika wird auf die Stelle aufgetragen. Nach 10 Minuten Wartezeit kann mit der Behandlung begonnen werden. Die Spritzen sind dann beinahe schmerzfrei.

Was hat es für Nebeneffekte?

Kleine Hämatome (blaue Flecken) für ein paar Tage sind möglich. Bei Schwangerschaft oder in der Stillzeit sollte kein Botulinumtoxin angewendet werden.

Wie lange hält der Effekt an?

Der Effekt hält bei jedem Pateinten unterschiedlich lange an. Prinzipiell geben wir ein Spektrum von 6 bis 9 Monaten an.